Gregorianischer Choral

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Ensemble Virga Strata Berlin - Seminare

 

Krystian Skoczowski war mehrere Jahre Lehrbeauftragter für Gregorianischen Choral an der Universität der Künste Berlin. Er leitet Gregorianik-Seminare in verschiedenen kirchlichen Bildungshäusern sowie den Gregorianikkurs im Rahmen der Internationalen Musikkurswochen in Arosa (Schweiz). Seine Interpretation stützt sich gleichermaßen auf eine ständige liturgische und musikalische Praxis wie auf wissenschaftliche Auseinandersetzung.

Entscheidende Impulse für seine Choralauffassung erhielt er bei Besuchen in den Klöstern Marienstatt (Zisterzienser) und Clerf (Benediktiner) sowie in der Beschäftigung mit dem klassischen Ritus der katholischen Kirche. Er pflegt und unterrichtet sowohl die traditionelle Aufführungspraxis des Gregorianischen Chorals nach dem Graduale Romanum und der Schule von Solesmes als auch die Interpretation nach den Prinzipien der gregorianischen Semiologie. Sein Artikel zu “Möglichkeiten und Grenzen der gregorianischen Semiologie in der liturgischen Aufführungspraxis”, der 2011/12 in der Una-Voce-Korrespondenz erschien, stellt die unterschiedlichen Intentionen der beiden Interpretationsansätze des 20. Jahrhunderts vor.

 


Ensemble Virga Strata Berlin

Das Ensemble Virga Strata Berlin bildete sich im Frühjahr 2002 aus einer Gruppe von Berliner Kirchenmusikern anläßlich einer Produktion des Deutschlandradios im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie. Mit  Verpflichtungen u.a. in der französischen Friedrichstadtkirche und im Berliner Dom konnte sich das Ensemble in Berlin etablieren. Es folgten weitere Konzerte und Konzertreisen nach Polen, Frankreich, Luxemburg und Italien.

Das Ensemble sieht sich einem gehobenen künstlerischen Niveau ebenso verpflichtet wie dem geistlichen Inhalt des gregorianischen Chorals. Es zeichnet sich dabei durch einen gleichermaßen von spiritueller Ernsthaftigkeit, musikalischer Leichtigkeit und stimmlicher Harmonie geprägten Interpretationsstil aus. Durch die praktische Beschäftigung mit Musik verschiedener Epochen und unterschiedlicher liturgischer Traditionen pflegt das Ensemble einen weiten Blick auf die frühe geistliche Vokalmusik.

Im Jahr 2003 entstand mit dem Ensemble Virga Strata Berlin die CD:

CD Rosarium Dominicanum

Der Rosenkranz und Gregorianischer Choral
nach der Tradition des Dominikanerordens

Ein Konzert, das gemeinsam mit Wolfgang Seifen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin stattfand, ist ebenfalls auf CD erhältlich.

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Johannes Kaufhold, Christian Gösssel, Markus Krafczinski, Sebastian Neubauer, Jochen Großmann, Krystian Skoczowski
nicht auf dem Bild: Reinhard Schäfertöns


Seminare zum Gregorianischen Choral

Der Gregorianische Choral ist das gesungene Gebet der Kirche. Er bringt das Lob Gottes, Freude, Bitten und Klagen mit Worten der Heiligen Schrift zum Klingen. Der Gregorianische Choral steht für die tiefe Spiritualität der abendländischen Kirche, seine erste Heimat sind die Klöster. Seine  inhaltliche und musikalische Vielfalt erlaubt einen stets neuen Zugang zum christlichen Glauben.

Seminarangebot

In mehrtägigen Seminaren wird in den Gesang des Gregorianischen Chorals eingeführt. Anhand ausgewählter Gesänge wird zunächst das Lesen der Quadratnotation erlernt. Nach und nach werden Melodie, Text, formaler Aufbau, liturgischer Ort, Ausdruck etc. erschlossen. Dabei berühren und überschneiden sich die Felder der musikalischen Arbeit, der Musik- und Kulturgeschichte und der christlichen Glaubenslehre. Das ganzheitliche Konzept der Seminare ermöglicht so einem breiten Interessentenkreis den Zugang zur ältesten erhaltenen Kunstmusik des Abendlandes.

Meist werden Gesänge der jeweiligen Kirchenjahreszeit betrachtet und musikalisch erarbeitet, es können aber auch Gesänge eines bestimmten Themenkreises ausgewählt werden (z.B. Mariengesänge, Gesänge über die Nächstenliebe etc.).

Die Seminare können zwei- oder mehrtägig gehalten werden. Als vorteilhaft hat sich die viertägige Form erwiesen, von Donnerstag Abend bis Sonntag Mittag.

Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Frauen und Männer, die Freude am Gesang haben. Eine musikalische Vorbildung ist nicht nötig. Erfahrungen als Chorsänger(in) sind von Vorteil, werden aber nicht vorausgesetzt.

Für musikalisch erfahrene Interessenten werden Fortgeschrittenen-Seminare angeboten. Hier können komplexere und stimmlich anspruchsvollere Gesänge erlernt, bestimmte musikalische Gattungen oder die Gegenüberstellung verschiedener Interpretationsansätze thematisiert werden.

Die Seminare setzen mindestens eine grundsätzliche Offenheit für den christlichen Glauben voraus, denn ein nicht-religiöser Zugang verzerrt das Bild von dieser Kunst. Dem Glaubenden ermöglichen sie eine Vertiefung der eigenen Spiritualität.

Die ideale Teilnehmerzahl liegt bei 15 bis 20 Personen.

Stundengebet

Wo es möglich ist, bekommen die Tage des Seminars ihre Form und Ausrichtung durch die Feier des Stundengebets. Die vier täglichen Gebetszeiten werden nach der Form des Gotteslobs oder des Evangelischen Gesangbuchs gestaltet. Findet das Seminar in der Nähe eines Klosters  statt, ist auch die passive Teilnahme am dortigen Chorgebet möglich.

Die im lateinischen Choral verborgene Spiritualität wird im deutschsprachigen Stundengebet unmittelbarer erfahrbar. Überdies fügt das gemeinsame Gebet die Teilnehmer zu einer Gemeinschaft zusammen. Die  Rückbindung der musikalischen und thematischen Arbeit an das gesungene Gebet ermöglicht eine geistliche Erfahrung und Weitung des Geistes: das sursum corda - die Erhebung des Herzens zu Gott.

Auf der Termine-Seite sind aktuell ausgeschriebene Seminare zu finden.